Maklervertrag
Kurzdefinition: Der Maklervertrag regelt die Zusammenarbeit zwischen Immobilieneigentümer und Makler/Maklerin und definiert die Art der Beauftragung, Provisionsmodelle und gegenseitigen Rechte.
Was bedeutet Maklervertrag bei Immobilien?
Der Maklervertrag ist ein formloser Vertrag, der nicht notariell beglaubigt sein muss, aber trotzdem entscheidend ist. Es gibt drei Haupttypen:
Offener Maklervertrag: Sie dürfen mehrere Makler gleichzeitig beauftragen. Jeder Makler erhält Provision nur bei erfolgreicher Vermittlung. Dies ist für Verkäufer oft riskant, da die Makler weniger Motivation haben, aktiv zu werden. Käufer bevorzugen diese Form, da sie mehrere Objekte von verschiedenen Maklern angeboten bekommen.
Alleinbeauftragung (Alleinauftrag): Der Eigentümer beauftragt einen Makler exklusiv für einen festgelegten Zeitraum (z.B. 3–6 Monate). Nur dieser Makler darf Provision verdienen. Das motiviert den Makler zu aktiverem Marketing, ist aber für Verkäufer ungünstiger, falls der Makler wenig leistet.
Maklervertrag mit Maklergebundenmöglichkeit: Eine Mischform, bei der der Makler einen bestimmten Status hat, z.B. bei Vermittlung durch andere Makler wird diese Provision geteilt.
Warum ist die Vertragsform wichtig?
Die Vertragsform beeinflusst die Vermarktungsgüte und Ihre Kosten. Bei Alleinbeauftragung investiert der Makler typischerweise mehr in Exposé, Fotos, Besichtigungstermine und Online-Marketing. Bei Offener Beauftragung wird es billiger, aber weniger intensiv vermarktet.
Auch die Kündigungsmöglichkeit ist entscheidend. Der Alleinauftrag sollte eine „Krisenklausel" haben: Falls der Makler nach 2 Monaten wenig geleistet hat, können Sie kündigen.
Seit Einführung des Bestellerprinzips zahlt oft der Käufer die volle Provision – die Vertragsform mit dem Makler bestimmt, wer die Zahlungspflicht hat.
Maklervertrag in der Praxis
Ein Beispiel aus Düsseldorf: Sie verkaufen eine 800.000-Euro-Wohnung. Sie schließen einen 6-Monatigen Alleinauftrag mit Makler X ab, der eine Provision von 3,57 % (inkl. MwSt.) fordert. Makler X investiert in professionelle Fotos, einen 3D-Rundgang, ein hochwertiges Exposé und bewirbt die Immobilie aktiv in Portalen wie ImmoScout24 und Immowelt.
Nach 3 Monaten haben Sie 12 ernstzunehmende Interessenten und verkaufen die Wohnung für 820.000 Euro – ein gutes Ergebnis durch intensive Betreuung. Der Makler erhält Provision: 820.000 × 3,57 % = 29.274 Euro.
Im Gegensatz: Bei offener Beauftragung mit 3–4 verschiedenen Maklern ist das Risiko höher, dass keiner richtig arbeitet, weil die Verkaufs chancen verteilt sind.
Häufige Fragen zum Maklervertrag
Ist der Maklervertrag kündbar?
Ja. Offene Maklerverträge können jederzeit gekündigt werden. Alleinaufträge sollten eine Kündigungsfrist (z.B. 2 Wochen) oder Krisenklausel haben.
Wer zahlt die Maklergebühr: Käufer oder Verkäufer?
Seit 2020 (Bestellerprinzip bei Wohnungen) trägt der Käufer die volle Provision. Bei gewerblichen Immobilien kann die Gebühr auch geteilt werden.
Kann ich einen Makler wechseln?
Bei Alleinauftrag können Sie kündigen, wenn der Makler untätig ist. Bei Offener Beauftragung können Sie jederzeit neue Makler hinzufügen.
Was ist eine typische Provision in Düsseldorf?
Wohnungen: 3,57 % (3 % + MwSt.). Häuser: 5,95 % (5 % + MwSt.). Gewerbeobjekte: individuell verhandelt.
Dieser Glossar-Eintrag dient der allgemeinen Orientierung im Immobilienbereich. Für individuelle Anliegen empfehlen wir die Beratung durch einen spezialisierten Fachanwalt oder Steuerberater.