Erbpacht (Erbbaurecht modern)
Kurzdefinition
Erbpacht (Erbbaurecht) ist das Recht, auf dem Grundstück eines anderen für einen längeren Zeitraum (oft 99 Jahre) ein Gebäude zu errichten und zu nutzen, gegen Zahlung eines jährlichen Erbbauzinses.
Was bedeutet Erbpacht?
Beim Erbbaurecht kauft man nicht das Grundstück selbst, sondern nur das Recht, auf dem Grundstück zu bauen und zu wohnen. Der Grundstückeigentümer (oft eine Stadt oder Stiftung) behält das Grundeigentum, der Erbbauberechtigte erhält aber alle Rechte und Pflichten bezüglich des Gebäudes. Der Erbbauzins ist eine jährliche Gebühr, die der Erbbauberechtigte an den Grundstückeigentümer zahlt.
Das Erbbaurecht ist typischerweise auf 99 Jahre befristet, kann aber auch für kürzere oder längere Zeiträume gewährt werden. Das Erbbaurecht ist ein eigenständiges Vermögensrecht und kann vererbt, verkauft oder belastet werden.
Warum ist das wichtig für Immobilienbesitzer?
Erbbaurechte bieten oft eine günstige Alternative zum Grundstückskauf. Sie sind besonders interessant in teuren Gegenden, wo der Grundstückspreis erheblich ist. Ein Erbbaurecht kann deutlich günstiger sein als ein Grundstückskauf. Allerdings muss man beachten, dass das Recht begrenzt ist und mit dem Ablauf des Erbbaurechts wieder an den Grundstücksbesitzer zurückfällt.
Erbpacht in der Praxis
Ein Paar möchte ein Haus in München bauen, aber der Grundstückspreis ist prohibitiv teuer. Sie finden ein Grundstück mit Erbbaurecht für 80 Jahre von der Stadt. Der Kaufpreis für das Erbbaurecht ist etwa 40 Prozent des Preises eines normalen Grundstücks. Sie zahlen zusätzlich einen jährlichen Erbbauzins von beispielsweise 2.000 Euro. Dies ist für sie die einzige Möglichkeit, ein eigenes Haus zu bauen.
Häufige Fragen zu Erbpacht
Was passiert nach Ablauf des Erbbaurechts? Das Gebäude fällt in der Regel an den Grundstücksbesitzer. Der Erbbauberechtigte muss das Haus räumen. Vor Ablauf kann das Erbbaurecht oft verlängert werden.
Kann man ein Erbbaurecht wie ein normales Haus finanzieren? Ja, Banken vergeben Hypotheken auf Erbbaurechte, allerdings oft mit etwas höheren Zinsen. Der Restzins spielst auch eine Rolle.
Ist ein Erbbaurecht günstiger als ein Grundstückskauf? Typischerweise ja, aber der Kaufpreis eines Erbbaurechts sinkt, je näher das Ablaufdatum kommt. Deshalb sind lange Laufzeiten wichtig.
Dieser Glossar-Eintrag dient der allgemeinen Orientierung im Immobilienbereich. Für individuelle Anliegen empfehlen wir die Beratung durch einen spezialisierten Fachanwalt oder Steuerberater.