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Prolongation

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Prolongation

Kurzdefinition

Prolongation ist die Fortsetzung eines Immobiliendarlehens mit einer neuen Zinsbindung nach Ablauf der ursprünglichen Bindungsfrist.

Was bedeutet Prolongation?

Am Ende einer Zinsbindung (z.B. nach 10 Jahren) muss das restliche Darlehen refinanziert werden. Die Prolongation ist eine Form der Anschlussfinanzierung, bei der derselbe Kreditgeber die Finanzierung fortsetzt. Der Vorteil: Das Verfahren ist unkompliziert und schneller. Der Nachteil: Man ist nicht gezwungen, die Konditionen neu zu verhandeln – viele Banken verlangen höhere Zinsaufschläge.

Technisch wird ein neuer Vertrag geschlossen mit neuen Zinsen, die zum Stichtag (meist 3 Monate vor Ende der Laufzeit) gültig sind. Eine Prolongation ist nicht automatisch – ohne Handeln des Kreditnehmers könnten auch ungünstige Konditionen entstehen.

Warum ist das wichtig für Immobilienbesitzer?

Prolongationen sind Moment, an denen aktiv verhandelt werden sollte. Viele Kreditnehmer nehmen automatisch die vom Kreditgeber angebotenen Konditionen an – oft zu ihrem Nachteil. Ein Wechsel zu einem anderen Kreditgeber (Anschlussfinanzierung) oder zumindest intensive Verhandlung können 0,5–2 % Zinsersparnis bringen.

Eine Prolongation 3 Monate vor Ende der Bindung sollte eingeplant werden, um Alternativen vergleichen zu können.

Prolongation in der Praxis

Szenario: Baudarlehen von 300.000 € mit 10 Jahren Zinsbindung à 3,5 %, Restschuld nach 10 Jahren noch 250.000 €. Die Bank bietet Prolongation à 4,2 %. Das kostet pro Jahr zusätzlich 1.750 € (0,7 % × 250.000 €). Ein Wechsel zu 3,8 % würde 1.000 € pro Jahr sparen.

Bei 15–20 Jahren Restlaufzeit summiert sich das auf 15.000–20.000 € Ersparnis – ein starkes Argument für Verhandlung oder Wechsel.

Häufige Fragen zu Prolongation

Muss ich die Prolongation meiner Bank annehmen? Nein, Sie können verhandeln oder zu einer anderen Bank wechseln. Allerdings ist die Prolongation bei Ihrer aktuellen Bank oft am unkompliziertesten.

Wann sollte ich mit der Prolongation starten? Typischerweise 2–3 Monate vor Ende der Zinsbindung. Der Kreditgeber macht meist kurz vorher ein Angebot. Das gibt Zeit, Alternativen zu prüfen.

Fallen bei Prolongation Makler- oder Notargebühren an? Nein, es ist eine reine Bankentransaktion. Aber es ist wichtig, Gebührenfreie Prolongation zu vereinbaren – manche Banken versuchen, Gebühren einzuziehen.


Dieser Glossar-Eintrag dient der allgemeinen Orientierung im Immobilienbereich. Für individuelle Anliegen empfehlen wir die Beratung durch einen spezialisierten Fachanwalt oder Steuerberater.